Systemische Arbeit ~ Familienstellen

wenn wir Familienstellen hören, dann denken wir vielleicht erstmal nur an Hellinger und alleine dieser Gedanke mag für den ein oder anderen schon einen bitteren Beigeschmack haben.

Hellinger brachte die systemische Arbeit nach Europa, doch vor ihm arbeitete bereits Virginia Satir auf diesem Gebiet und so gilt sie als die Mutter der systemischen Arbeit.

Auch wenn ich nach Hellinger gelernt habe, nahm ich recht schnell meinen eigenen Weg – wesentlich sanfter und doch gradlinig konfliktsehend und -auflösend.

Für alle, die absolut keine Ahnung haben, sollte ich hier eine Erklärung schreiben und genau das fällt so sehr schwer. Systemische Arbeit ist phänomenologisch (ein logisches Phänomen?) und schwer zu erklären, denn es gibt keine plausible Erklärung dafür, wie sie wirkt. Dass sie jedoch wirkt, beweist sich immer wieder.

Hier ist das Annehmen der Wirkung im Vordergrund – nicht das Hinterfragen.

Wir arbeiten mit Stellvertretern für uns und unser familiäres Umfeld und sind selbst eigentlich nur Zuschauer unserer eigenen Konfliktlösung. Seine Stellvertreter wählt sich jeder selber aus und es scheint verblüffend, dass stets die richtige Wahl auf die anwesenden Personen fällt. Im Prinzip suchen wir gar nicht nach einem Stellvertreter, sondern wählen intuitiv die Person, die sich bereits in der entsprechenden Rolle befindet. So ist es nicht verwunderlich, dass man auf die Ansage hin „hol dir einen Stellvertreter für Deine Mutter“, spontan die richtige Person ins Feld holt. (Ich sage schon lange nicht mehr „such dir einen Stellvertreter für...“ , sondern „hol dir...“)

Weil hier andere für uns arbeiten, brauchen wir die Konflikte der eigenen Familie auch nicht mehr selber zu (er)tragen. Wir schauen nur zu und lassen es auf uns wirken.         

Es wirkt von alleine, von jetzt an, in die Zeiten, die hinter und vor uns liegen.

Allerdings wird jeder einer solchen Runde Stellvertreterrollen für andere besetzen und aus diesen Rollen viele Erkenntnisse für sich selber ziehen. Meistens befindet man sich genau in den Rollen, die man um ein Stückchen der eigenen Heilung Willen braucht.

Aufstellen kann man alles. Familiäre Probleme / Konflikte stehen sicherlich an erster Stelle.  Die nörgelnde Schwiegermutter, der eigene Partner, das trotzige Kleinkind, der unerfüllte Kinderwunsch... doch an erster Stelle stellt man sich selbst auf, um im Leben wieder auf zwei Beinen zu stehen. Wer nicht selber aufstellen möchte, kann als nur-Stellvertreter teilnehmen.

Ein Aufstellungs-Seminar geht über ein Wochenende und wenn es die Zeit noch gestattet, besteht die Möglichkeit für Aufstellungen aus Geschichte, Politik, Bibel oder gar Märchen; hier bleibt dann kein Wunsch offen.

Geschlossene Veranstaltungen für feste (Berufs-)Gruppen auf Anfrage.

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Menschliche Freiheiten (Virginia Satir)

Ihre Grundhaltung drückte sie in den "Fünf Freiheiten" aus, zu denen sie ihren Patienten verhelfen wollte:

  • Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist,
    - anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

  • Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke,
    - und nicht das, was von mir erwartet wird.

  • Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen,
    - und nicht etwas anderes vorzutäuschen.

  • Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche,
    - anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.

  • Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen,
    - anstatt immer nur auf "Nummer sicher zu gehen" und nichts Neues zu wagen.